Autopflege 1: Die Wäsche

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Autopflege 1: Die Wäsche (Wolfman)

Ich beschäftige mich ja nun schon ein wenig länger mit der Fahrzeugpflege und möchte an dieser Stelle einige Tipps von der Reinigung bis hin zum fertig aufbereiteten Fahrzeug weiter geben.

Viele Wege führen nach Rom, ich kann hier natürlich nur für denjenigen Weg sprechen, den ich für mich als den besten herausgefunden und für meine Arbeit ausgewählt habe. Was nicht bedeutet, dass es nicht andere gute Wege gibt. Oder sogar bessere, aber die kenne ich dann eben nicht. Wenn jemand andere Erfahrungen gemacht hat, dann bleibt ihm das natürlich unbenommen. Ich kann hier nur für mich sprechen, aus meinem eigenen Erfahrungsschatz. Dem einen mag es helfen, dem anderen vielleicht nicht. Sei's drum.

Anfangen möchte ich mit der Reinigung eines Fahrzeugs. Was man dazu benötigt, wenn man die Reinigung selbst in die Hand nehmen möchte und darf, ist bekanntlich Wasser. Und davon braucht man viel. Weil jeder Schmutzpartikel, mit dem man über den Lack reibt, Kratzer verursacht. Diese sind in den meisten mir bekannten Fällen höchst unerwünscht.

Also am besten, falls vorhanden, ein erster Gang mit dem Hochdruckreiniger, wobei auf den Mindestabstand zwischen Düse und Lack zu achten ist. Letzterer soll vorteilhafterweise auf dem Metall verbleiben. Sinn und Zweck dieser Übung ist es lediglich, den groben Schmutz vom Fahrzeug abzuspülen, und den verbleibenden, fest sitzenden Rest einzuweichen, damit man später nicht so viel darauf herum reiben muss. Besondere Beachtung sollten die Radhäuser erfahren, da am Rand/Kotflügelausschnitt verbleibende Schmutzpartikel während des anschließenden Waschvorgangs vom Schwamm aufgenommen und über den Lack gezogen werden könnten. Dasselbe gilt für Schweller und Schürzen.

Anschließend braucht man 2 (!) mit Wasser gefüllt Eimer. In einem sollte sich ganz normales, leitungsübliches pures Wasser befinden. Sauberes Regenwasser geht natürlich auch. In diesem Eimer wird der benutzte Schwamm ausgewaschen und gut ausgewrungen. Hier sammelt sich also der Dreck, oder – komplizierter ausgedrückt: hier sollen die beim Waschvorgang vom Schwamm aufgenommenen Schmutzpartikel wieder aus dem Schwamm entfernt werden. Sauberes Wasser tankt der Schwamm aus dem zweiten Eimer, in den er in ausgewrungenem Zustand eingetaucht und losgelassen wird, damit er sich vollsaugen kann. Auf diese Art und Weise wird kein Schmutz in das Waschwasser eingespült, somit ist die Wahrscheinlichkeit von durch die Wäsche bedingten Kratzern aus dieser Sicht minimiert.

Was ist nun außer Wasser in diesem zweiten Eimer drin?

1. Nichts. Mit der Edel-Versiegelung behandelte Autos bekommt man mit dem richtigen Schwamm auch ohne Chemie sauber. Und wenn es nicht erforderlich ist, braucht man die Umwelt auch nicht mit dieser zu belasten. ODER:

2. Handelsübliches, konservierendes Shampoo. Für Autos, die auf herkömmliche Art und Weise gepflegt werden, und denen man beim Waschen ein wenig Schutz zukommen lassen möchte. ODER:

3. Nicht konservierendes Shampoo bei Autos, die für eine anschließende Politur gereinigt werden. Welcher Depp nimmt schon ein konservierendes Shampoo, wenn er die Schicht anschließend doch wieder runterpolieren muss? Eben. Nur ein Depp. Also lassen wir das nach. ODER

4. Ein spezielles Nano-Shampoo für nano-versiegelte Autos. Dieses Shampoo enthält spezielle Reinigungs- wie auch Konsevierungskomponenten. Letztere verbinden sich mit der Nano-Versiegelung und erhöhen dadurch die Standzeit der Versiegelung. Es versteht sich von selbst, dass Shampoo und Versiegelung aus einer Serie stammen sollten, da sie nur dann optimal aufeinander abgestimmt sind.

Trotz der Vorsichtsmaßnahmen gegen Schmutzpartikel fängt man beim Auto mit der Wäsche oben an und arbeitet sich in Richtung nach unten vor. Eben weil es in der Regel unten am schmutzigsten ist.

Optimal ist das abschließende Abspülen mittels Strahl aus dem Wasserschlauch. Was ebenso wie die vorangegangene Wäsche natürlich nicht in der prallen Sonne zu erfolgen hat (Brennglas-Effekt der Wassertropfen).

Arbeitsmittel:

Ein effektives, wenn auch mit Vorsicht einzusetzendes Werkzeug zum Trocknen des Fahrzeugs ist die Silikonlippe/Flexiblade. Beim Einsatz sollte man wegen der oben bereits erwähnten Schmutzpartikel sehr vorsichtig sein. Ein einziges Sandkorn am falschen Platz kann schon für reichlich Verdruss sorgen. Ansonsten ist die Arbeit des Flexiblade schon klasse. Die anschließende Fein-Arbeit erledige ich immer mit einem Trockentuch (Erläuterungen folgen), da ich diese bei guter Vorarbeit inzwischen für besser und effektiver halte als die Fensterleder.

Als Schwamm nutze ich inzwischen ausschließlich den Autoschwamm von JEMAKO.

Jemako autoschwamm.jpg

Er zeichnet sich aus durch ein hohes Wasseraufnahmevermögen, eine sehr gute Aufnahme von Schmutzpartikeln (die sich bis zum Auswaschen in der Tiefe der Fasern aufhalten) sowie durch die Armschlaufe eine sehr sichere Anwendung (wem ist nicht schon mehr als ein Mal ein Auto-Schwamm in den Schmutz gefallen??). Wegen seiner langen Fasern ist er ebenfalls sehr gut geeignet, um Schmutz aus Sicken, Vertiefungen und Rillen heraus zu bekommen. Preis: 14,50 Euro. Erhältlich beim JEMAKO Vertriebspartner in Eurer Nähe oder bei mir.

Jemako clean stick.jpg

Einen Sonderfall stellen die meist auf der Front zerplatzten Fliegenleichen dar. Wurden diese stets (was empfehlenswert ist) relativ umgehend nach der entsprechenden „Killerfahrt“ beseitigt, so bedarf es bei der normalen Autowäsche meist keinerlei größeren Aufwandes. Ansonsten gibt es entweder die chemische Keule in Form eines Insektenentferners (nicht in praller Sonne anwenden und nicht antrocknen lassen!!) oder das Einweichen mit einem nassen Tuch, welches eine Zeitlang auf den betroffenen Flächen abgelegt wird und die Insektenreste anlöst, so dass sie sich leichter entfernen lassen. Dass man sich nicht mit dem an den Tankstellen für die Scheiben bereit gehaltenen Insektenschwämmen über den Lack her macht, bedarf hier wohl keiner besonderen Erwähnung.

Wenn das Auto schon gewaschen wird, müssen die Felgen natürlich auch gereinigt werden. Der gröbste Dreck ist ja bereits durch Hochdruckreiniger oder Wasserstrahl abgespritzt worden. Daraufhin gilt wie immer: gut versiegelte (lackierte), gepflegte Felgen benötigen Wasser und einen guten Schwamm, das ist alles. Nach meiner Erfahrung reicht bei versiegelten Felgen auch nach einigen Monaten des Einsatzes das normale Autoshampoo oder ein sehr sanfter Felgenreiniger für eine gute Reinigung. Maximal einmal im Jahr – vorzugsweise beim Wechsel von Winter- auf Sommerräder bzw. umgekehrt – wird der Einsatz eines kräftigen Felgenreinigers notwendig (gilt nur für lackierte Felgen!), um die Felgen vor der erneuten Versiegelung blitzsauber zu bekommen. Ein wie ich finde sehr guter Helfer bei der Felgenreinigung ist der JEMAKO Cleanstick Plus 15 cm. Der einzige, den ich einsetze, weil er mir im Vergleich zu anderen Felgenreinigunsgeräten mit Abstand am besten gefällt, sowohl in der Handhabung als auch beim Reinigungserfolg. Der Bezug ist übrigens abnehmbar und waschbar. Kostenpunkt 15,50 Euro. Erhältlich beim JEMAKO-Vertriebspartner in Eurer Nähe oder bei mir.


Viele Grüße, Wolfgang