Autopflege 3: Abkleben

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Autopflege 3: Abkleben (Wolfmann)

Kunststoff- und Gummiteile schützen vor der Politur

Vielleicht kennt der eine oder andere von Euch dieses Problem bei Kunststoff- und Gummiteilen: versehentlich draufgeschmierte Politur oder Versiegelung können zwar abgewischt werden und die Teile sehen anschließend relativ gut aus. Aber einige Tage später zeigen sich die Spuren dieser Mittel wieder in Form von hellen „Wolken“, die sich – wenn überhaupt – nur mit größten Anstrengungen wieder entfernen lassen. Dies liegt daran, dass Kunststoff-/Gummioberflächen entweder fertigungstechnisch oder durch Alter und Verwitterung bedingt rau und offenporig sein können. Politur, die man in diese Poren hinein schmiert, bekommt man kaum wieder heraus.

Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, gibt es 2 Möglichkeiten.

Die erste Möglichkeit ist das Abkleben der betreffenden Flächen mit einem geeigneten Klebeband. Sehr gute Erfahrung habe ich mit dem Klebeband von tesa mit der Nummer 4341 gemacht. Es klebt sehr gut, lässt sich trotzdem leicht und rückstandsfrei wieder entfernen, und es dringt bei sorgfältiger Anbringung keine Politur unter das Klebeband. Malerkrepp ist ungeeignet, weil beim Abziehen Klebereste auf dem Gummi verbleiben. Außerdem dringt Politur unter das Krepp. Wer das Tape von tesa nicht findet, kann sich auch welches bei Petzoldt's bestellen. Ich gehe davon aus, dass das auch gutes Zeug ist (weil der eigentlich keinen Mist anbietet), habe damit aber keinerlei Erfahrung.

Das Abkleben der betreffenden Flächen halte ich immer noch für die beste Möglichkeit, den wenn ich etwas irgendwo NICHT haben möchte, schmiere ich es am besten gar nicht erst dorthin. Einige Aufbereiter sparen sich aber diesen Arbeitsschritt, weil er locker schon mal eine dreiviertel Stunde in Anspruch nehmen kann. Bei Niedrigstpreisen für eine Aufbereitung ist diese Zeit einfach nicht drin. Die Folgen zeigen sich einige Zeit später...

Ein extremes Beispiel für ein abklebe-aufwändiges Fahrzeug ist der Saab 95.

Saab-geklebt.jpg

Nun gibt es aber auch Leute, die Ihr Fahrzeug und somit auch die Kunststoff- und Gummiteile sehr intensiv pflegen. Hier taucht bisweilen das Problem auf, dass darauf das Tape nicht klebt. Da bleibt nur die Flucht nach vorne, indem die betreffenden Flächen mit einem NICHT silikonhaltigen Mittel behandelt werden. Sinn der Übung ist es, dass die Oberfläche weitestgehend imprägniert wird und folglich keine Politur aufnimmt bzw. die Politur wieder rückstandslos abgewischt werden kann. Meist funktioniert das relativ gut – manchmal aber auch nicht. Und eben dies ist der Grund, warum dies für mich nur die Notlösung ist.

Warum silikonfrei? Weil Silikon nichts auf dem Lack zu suchen hat, den ich polieren möchte. Dadurch, dass der Lack aber bis an die Gummidichtungen etc. heran bearbeitet werden soll, läuft man Gefahr, mit dem rotierenden Polierpad das Silikon auf dem Lack zu verteilen. Dies ist unerwünscht, somit ist silikonfreies Mittel vorzuziehen.

Warum ich hier so ausführlich auf dieses Thema eingehe? Weil es mir stark auf den Senkel geht, wenn ich ein Fahrzeug aufbereiten soll, welches Politurreste auf den Gummi- und Kunststoffteilen aufweist. Wenn ein Auto aber meine Halle verlässt, darf es keine „Wolken“ zeigen, da jedes Fahrzeug eine Visitenkarte ist. Also muss ich da ran - - - und das nervt. Deshalb halte ich es genau so, wie ich es von meinen sehr geschätzten Polier-Meistern Mario und Uli gelernt habe, und wie es die ebenfalls sehr guten und in unserem Gebiet bekannten Aufbereiter von ExitCar Service durchführen.

Nun ist das Auto vorbereitet für die Politur. Diesem sehr umfangreichen Thema werde ich mich als nächstes annehmen.

Saab-Lack aufbereitet, Kunststoffteile frisch imprägniert. Ohne Wolken. SO gehört dem!!

Saab-fertig.jpg

Viele Grüße, Wolfgang