Kreta 2012

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Kreta 2012 (Saschmann)

Nachdem wir in letztes Jahr das fehlende Puzzle Ostpeloponnes in unsere bis dahin 5 jährige Griechenlanderfahrung auch noch hinzugefügt hatten, war die Frage wohin in 2012? Angeregt durch Bluelight 59 war nach ein paar kurzen Recherchen und abendlichen Diskussionen klar, es geht nach Kreta (für uns vorher gefühltes West-China oder auch Nord-Ägypten) . Darüber hinaus hatte ich es dieses Jahr Leid die Diskussion zu führen, 4 Wochen Urlaub ja oder nein. Der Kompromiss war die Berliner Herbstferien mitzunehmen, und dann gab es auf der Arbeit keine Probleme.

Kreta zu erreichen ist eigentlich relativ einfach. Man fährt von Berlin nach Ancona (1350 KM) und nimmt die Fähre nach Patras (dieses Jahr in der Nebensaison 25 Stunden). Anschließend geht es über eine sog. Autobahn (seit Jahren im Bau, 2 x 2 Euro Maut) über den Kanal von Korinth weiter über eine richtige Autobahn (3,20 Euro Maut) zum Athener Vororthafen Piräus (insgesamt 250 KM). Wenn man dort das richtige Fährterminal gefunden hat fährt man mit der Fähre 9 Stunden und landet in Heraklion oder Chania, je nachdem welche Verbindung man nimmt. Bezahlt haben wir für den Bus und 2 Erwachsene Hin/Rück 800 Euro (von Piräus nach Heraklion und zurück jeweils mit Innenkabine). Wir sind nach Heraklion gefahren aus dem einfachen Grund, dass es bei Buchung beider Fähren Prozente gab. Nächstes Mal würde ich prüfen, inwieweit eine einzelne Buchung nach Chania ggf. zeitlich und preislich günstiger ist. Also: Die Reisevorbereitungen dieses Jahr waren extrem entspannt, nur mit dem Autochen war das so eine Sache. Die Beule in der Heckklappe sollte noch weg und meine Frau wollte unbedingt ein Fliegennetz für die Schiebetür. Da wir ungute Erfahrungen mit dem von Brandrup gemacht haben, haben wir ein nachgebautes von Westfalia (erhältlich bei Günzl) gekauft. Dieses kam dann auch auf Umwegen (wer im Mai Vorkasse ankreuzt, muss natürlich auch vorab überweisen) Anfang September mit einem Satz Druckknöpfen und ohne Anleitung. Die Freude war extrem groß, aber wie anbringen? Durch einen glücklichen Zufall waren wir am WE vor Abreise auf einem Geburtstag im Berliner Süden bei Step eingeladen. Dort trafen wir (im Nachhinein noch mehr) mit göttlicher Fügung auf ein eingebautes Fliegennetz in einem Bus und den Tipp, die Druckknöpfe müssen genietet werden. Angeschaut und ja die Druckknöpfe müssen genietet werden. Wieder hin gesetzt und der liebe Gott Michmeiner sitzt neben uns. Ich komme aus Magdeburg, aber eine Nietenzange habe ich immer an Bord. Das fehlende Puzzleteilchen Fliegennetz wurde dann am Sonntag, 15.9. mit dicken Schädeln angenietet. Die restlichen Lebensmittel am Donnerstag, 20.9 nach kurzem Arbeitstag und total abgetrümmert in den Cali-Kühlschrank gepackt und gegen 17 Uhr ging es los. Morgens um 6 haben wir Ancona mit Sonnenaufgang erreicht. Ich habe festgestellt, dass man einen AXG auf 680 KM leer fahren kann. An der ersten Tanke auf österreichischen Boden gingen schlappe 78 Liter rein.

Wir sind – nachdem das Meer sichtbar war – von der Autobahn ab und haben dort den Sonnenaufgang angeguckt. Im Nachhinein eine gute Entscheidung, da direkte Berührung mit Meer und Steinen. Am Fährterminal eingescheckt und um 11 Uhr ohne den Motor auszumachen auf die Fähre. In Patras pünktlich um 14 Uhr angekommen, runter von der Fähre um 15 Uhr und dann zügig rechts rum auf die New Road. Glaube, wir waren so um 17 Uhr in Piräus und dann war für uns klar, jetzt haben wir unser Ziel erreicht. Zwischen Festland und Kreta verkehren Hochgeschwindigkeitsfähren mit bis zu 30 Knoten und 12 Decks, so wie sie auch auf der Ancona/Venedig Route eingesetzt werden. Interessant war die Erfahrung, dass die Preise im innergriechischen Verkehr für /Essen Getränke um 50 % günstiger sind als auf der internationalen Route.

Also: Morgens noch mehrere Espresso für kleines Geld an der Poolbar, ein paar erregte Zigaretten, ausgerüstet mit 4 Reiseführern (bis dahin noch keinen Blick rein geworfen) und nach 2,5 Tagen haben wir um 5.30 Uhr Heraklion/Kreta erreicht. Beim Espresso haben wir entschieden wir fahren rechts rum nach Westkreta. Dies war eine gute Entscheidung! Aus Heraklion raus auf die Autobahn und beim ersten Schild Old Road sind wir irgendwo in den Bergen gelandet. Die Karte Westkreta (1:100.000) raus geholt, und unser erstes Ziel war nach 100 KM in den Bergen und um 11 Uhr Camping Elizabeth 4 KM vor Rethimnon.

Der Campingplatz befindet sich im Eigentum einer griechischen Frau die in Deutschland Germanistik studiert hat und in New York gelebt hat. Der Platz befindet sich unmittelbar hinter einer schönen Sanddüne, die Toilettenanlagen werden (nach unseren Erfahrungen) in der Nebensaison (am besten auf Kreta) 2 x am Tag gereinigt, hat eine wirklich gute Taverne, und liegt direkt an einem schönen sauberen leeren Sandstrand. Sonnenliegen kann man sich nehmen und Donnerstags gibt’s ein Barbecue. Ich hatte eine (Riesen) Dourade und Frauchen Burger (frische Bifteki oder auch Frikadelle).

Neben uns lebten nette Holländer. Holländer organisieren für kranke, alte und sterbende Rheinfahrten bis Koblenz. Jan und Lisa fahren jedes Jahr auf diesem Schiff und helfen und betreuen diese Leute. Manchmal sterben auch Leute auf dem Schiff. Nett dort! Ruhe und Erholung, runter kommen!

Am ruhigen 3. ten Tag kamen dann Walter und Silvia mit einem Arto von Niesmann und Bischoff mit Heckgarage (groß). Die beiden standen – getrennt durch eine Hecke – leicht sichtbar 2 Meter entfernt und haben sich ständig gestritten. Vom Aufstehen bis zum Schlafen gehen. Planlose deutsche Rentner! Schrecklich! Sie nur am Motzen, und er die Ruhe selbst. Einen großen Hund dabei, der mit Anweisungen wie RuhePlatzSitz bedient wird. Wie soll ein Hund so was verstehen? Das wichtigste war, dass er drei Toilettenkassetten mit hat, weil man ja auch Mal frei stehen könnte. Na ja, am Tag 4. hörten die beiden nach dem Frühstück komische Musik (so ein Mix aus Country und Rock, zeitlich so kurz nach Bill Haley). Hatte mein erstes Buch fast fertig und dachte, so geht’s jetzt auch nicht. Heckklappe und Schiebetüre auf und laut geantwortet mit (Don’t) give hate a chance von Jamiroquai. Geklatscht und gefreut. Dann wir beim Frühstück beschlossen, morgen geht’s weiter. Bezahlt haben wir für 5 Übernachtungen unter Vorlage der ADAC Camping Card und Strom 16 Euro pro Nacht. Strom ist in Griechenland sehr teuer, deshalb habe ich dieses Jahr drauf bestanden die „small Elektrisiti“ zu buchen. Ein Calikühlschrank und ein I-phone verbrauchen halt nicht so viel wie ein 8 Meter Wohnmobil mit Klimaanlage(n) oben drauf. Strom auf Campingplätzen auf Kreta kostet normalerweise 3 - 4 Euro pro Tag. 2 Stunden weiter gefahren auf Camping Mithimni in der Kissamosbucht. Nachdem in Rethimnon schon nichts los war (6 Päärchen), war hier noch weniger los. Irgendwie fingen die Berge auf diesem Törn – glaube ich – an. Campingplatz schön gelegen, ohne Sicht auf’s Meer, teilweise sogar Rasen (in Griechenland eine Seltenheit). Auf der anderen Straßenseite (unbefahrene Nebenstraße) ist direkt das Meer mit einem schmalen gepflegten Steinstrand. Bis 30.9 war dort eine Strandaufsicht. Das Meer kann wohl manchmal etwas unruhig sein. Taverne ist richtig gut. Am Ende der Bucht hat es östlich noch einen Campingplatz mit viel Schatten. Kein Strand, aber ein Pool. Dort war nur ein Zelt. Hier haben wir Walter und Irmgard (die Schweizer) getroffen, die uns den Urlaub noch weiter begleitet haben. Gekostet hat das Ganze mit small Elektrisiti 15,50 Euro pro Nacht. Einen Abend beim Sonnenuntergang erwähnte Frauchen mal wieder das Thema Hund. In diesem Moment sprang ein kleiner Mischling auf meinen Bauch und schleckte mich ab. Was für eine Überraschung. Wir und die Schweizer in heller Aufregung. Was machen, was ist zu tun. Die Frau mit der autistischen 13 - jährigen Tochter, die seit Anfang August dort zeltet, kannte einen der einen kennt und hat den Hund zunächst untergebracht. 2 Abende später taucht dieser Hund wieder auf dem C-Platz auf und kennt nur ein Ziel, unseren Bus. Was sollen wir tun? An der Rezeption gemeldet, ich will die Geschichte nicht zu Ende erzählen, weil es zu emotional ist. Ob er noch lebt, wissen wir nicht, die C-Platzbesitzer haben versichert, er käme zum Besitzer zurück. War echt noch einer junger Bengel, hatte aber schon ein Halsband… Emotional sehr aufgewühlt ging es weiter durch die Berge zum Strand von Elefonissi. Es erwartet einen ein Karibikfeeling mit Bergen im Hintergrund. Ich hatte geschätzt, es seien so 1000 Liegen mit 500 Sonnenschirmen. In unserem Reiseführer stand: mehrere Tausend. Tagsüber steppt dort der Bär. Reisebusse und Mietwagen soweit das Auge reicht. Wir trafen die Schweizer wieder und parkten mit Hilfe des Einweisers (er trinkt gerne ab morgens als Obolus ein kaltes Bier, Wasser will er nicht) oberhalb des Reisebusparkplatz. Zwischen 11 und 15 Uhr etwas gewöhnungsbedürftig, aber ab 17 Uhr ist in der ganzen Bucht so gut wie kein Mensch mehr. Um 18 Uhr ist dann auch der letzte Mietwagenhotelurlauber zum Abendessen zurück gefahren und es ist niemand mehr da. Duschen und Toiletten sind da, Parkplatzkosten Null und nachts kann man die Ruhe greifen. Sonnenuntergang gibt es über dem Meer  PERFEKT. Vis a vis gibt es eine vorgelagerte Insel, auf die man durch das Meer zu Fuß gehen kann. Die ganze Lagune wechselt täglich ihre Ausmaße, und durch die Sonneneinstrahlung hat man ein fantastisches wechselndes Farbenspiel des Meeres. Wenn man im Ort Elefonissi links abbiegt kommt man auf einen inoffiziellen C-Platz. Dort hat es ca. 15 feste Wohnwagen (nur in der Hauptsaison bewohnt) und zum Zeitpunkt unseres Sparziergangs ca. 5 Wohnmobile. Syncros können direkt ans Meer in die allererste Reihe fahren. Mir hat unser Platz besser gefallen, da man an der eigentlichen Hauptattraktion Wasser/Strand nur ca. 50 Meter entfernt steht. Schön war die Erfahrung, dass unsere Bordbatterie nach 10 Jahren ohne externe Stromversorgung noch 50 Stunden hält und immer noch 2 Balken hat. In den 50 Stunden rennt sie von 10 auf 6 Balken in den ersten 3 Stunden und geht dann ihren bürokratischen Gang. Wird erst mal nicht erneuert!

Nach 2 Nächten dann weiter über die Berge (aber so richtig) nach Paleochora zum C-Platz Grammenos Beach (7 KM außerhalb). Irgendwann, es ging ziemlich den Berg hoch, ist mir nach einem Fotoshooting der AXG abgesoffen und es kam die Meldung: Ölsensor (mit Öllämpchen) , bitte Werkstatt. Hiiiiiiiiiiiilfe. Der örtlich gelegene Platz wirkte von außen uselig und lag an keinem Strand. Anders kann ich diese Riesensteine nicht beschreiben. Einstieg ins Meer unmöglich. Also weiter nach Grammenos Beach. Es gibt ein paar Stellplätze in der ersten Reihe. Man steht quasi am Strand, ein großmaschiger Zaun stört hier ein wenig. Der Einstieg ins Meer ist ein teilweise schwierig, da sehr große Steinplatten bis ins Meer ragen, aber wer suchet der findet. Zum Schnorcheln ist das ein Paradies, da direkt im Meer Felsen sind. Ich kann das nicht richtig beschreiben, aber die Fische ernähren sich von dem Zeugs, das auf den Steinen wächst. Ich habe richtig große Schwärme gesehen und auch viel so buntes Zeugs, Große, Kleine, etc. SUPER! Abends gibt es vom Strand einen schönen Sonnenuntergang, auf der anderen Seite der Bucht gibt es einen schönen Steinstrand mit Blick auf Paleochora und schönem Blick auf die – bei Sonnenuntergang – beleuchteten Berge. In der Taverne (Straße zu Fuss ca. 200 Meter westlich) habe ich eine Grill Greek Platte für 11 Euro gegessen. Drauf war: Leber, Schwein + Hühnchen Souflaki, 2 Lammkottletts, Bifteki und Lamm und Scheinswürstl. Lecker! Ist zwar auch nicht wirklich Griechisch, aber egal. Nach einem Tag kamen die Schweizer. Insgesamt 4 Nächte geblieben, bezahlt haben wir 14 Euro pro Nacht. Grammenos Beach = unser persönlicher Favorit auf Kreta. Das mit dem Ölsensor, habe ich dann versucht mit Hilfe des Forums, der Wiki und telefonischem Kontakt mit B.Rude zu lösen. Danke, die Lampe sollte bis zu Hause brennen und verursachte die restliche Reise verständlicherweise ein unangenehmes Gefühl. Dann geht die Juckelei durch die Berge weiter, aber so richtig, nach Plakias. Dort werden wir am Campingplatzeingang Apollonia Beach mit einem Trödelmarkt empfangen. Die Trödelei wird freundlich weg geräumt, damit wir auf den C-Platz fahren können. Ebenso, die abgeschnittenen Platanen vom freundlichen Hausmeister des C-Platzes. Der Trödelmarkt wird organisiert vom örtlichen Tierschutzverein. In Plakias leben 300 Deutsche, die sich um die Tiere kümmern. Eine kleine Spende, ein paar nette Gespräche später wissen wir, dass wir uns im Ort bei der Bäckerei anmelden müssen. Die Rezeption war nicht besetzt und bei den angegebenen Telefonnummern hat sich niemand gemeldet. Der C-Platz ist zu 95 % für Zelte ausgelegt. Wir stehen in einem Olivenhain, schön, aber irgendetwas stört uns. Wir wissen bis heute nicht was es war, auf jeden Fall ergriffen wir den Beschluss, am nächsten Tag weiter zu fahren. Abends noch im Supermarkt Dosenbier geholt, an der Promenade Sonnenentergang geguckt, 30 Minuten bei OTE Sport 2 Hannover gegen Dortmund geguckt, in der örtlichen Fischtaverne gut gegessen, anschließend ein paar Bierchen gezwitschert und gut erholt ging es weiter nach Matala, durch die Berge aber so gaaaaaaaaanz riiiiiiiichtig.

Matala ist bekannt, weil es hier Höhlen gibt, in denen in den 60/70 er’n die Hippies gelebt haben. Der Ort hatte damals ein paar Häuser und eine Taverne. Er war in der ganzen Welt bekannt. Hier haben Amerikaner, Australier, usw. gelebt. Im Jahr 2011 ist ein Festival organisiert worden, Remember the Hippiezeit. Dies soll nun regelmäßig stattfinden. C-Platz ist quasi im Ort gelegen, es gibt nur ein paar Stellplätze für Autos und man steht in der Verlängerung der Düne. Die Toiletten und die Duschen sind mit Katastrophe untertrieben beschrieben, die Angelegenheit kostet 14 Euro pro Nacht. An der Rezeption wird penibel ein Formular mit 3-fachem Durchschlag ausgefüllt, kein Wunder der C-Platz ist unter städt. Leitung. Abends kann man schön in den Ort gehen, der Sonnenentergang geht im Meer unter. Es gibt fantastische, in den Stein gebaute, Tavernen und coole Bars. In Matala wird jede Nacht – auch noch im Oktober noch – in irgendeiner Pinte die Nacht zum Tage gemacht. Durch die Lage kriegt man am Campingplatz glücklicherweise alles mit. Essen kann man auch noch in der Touristentaverne mitten im Ort, und die Oma kocht noch persönlich. Highlight sind die Höhlen, die Nachts beleuchtet sind. Man kann in den Höhlen rumklettern (ungefährlich). Spektakulär ist eigentlich die Sicht auf die gesamte Höhlenlandschaft. Unser nächstes und letztes Ziel sollte Irapetra sein. Von Matala also nach Irapetra mit einem Abstecher nach Lentas. Dieser Abstecher war so richtig Berge und Serpentinen, zumal wir uns auch verfahren haben. Auf der Karte Westkreta war eine Straße eingezeichnet, die auf der Ostkretakarte nicht vorhanden war. Na ja, ich hätte lieber auf mein Gefühl gehört und nicht auf meine Beifahrerin. Die ganze Verfahrerei hat uns 1,5 Stunden und viele Berge und Kurven gebracht. Irgendwann waren wir dann in Lentas. Schöner netter Ort, kein Massentourismus und nur Apartments zum Mieten. 2 ‘tes Frühstück genommen und die ganze Kurverei wieder zurück. Nach 5 Stunden dann endlich in Irapetra angekommen. Rezeption mal wieder unbesetzt, der Chef Jannis winkte nur und sagte: Restaurant, speaking Englisch. Ach so. Ich ins Restaurant, und man erklärte mir für 20 Euro am Tag können wir den einzigen Platz mit Meerblick haben und am Samstag auf der Hochzeit teilnehmen, die am Samstag mit 340 Gästen gefeiert wird. Wir sollen am Familientisch der Campingplatzfamilie sitzen. Ach so! Der C-Platz Koutsonari Beach liegt direkt an einem von Kretas längsten Stränden. Ganz kleiner Kiesel. Sehr angenehm und nach unserer Erfahrung auch etwas besonderes. Wenn man ins Meer läuft, eintaucht ist man noch über diesen kleinen Kieseln und 3/4 Meter spiegelt das Wasser tief Türkis. Man sieht das von oben nicht, nur wenn man taucht. Ein fantastisches Farbenspiel. Der Platz ist sehr gepflegt und seit Jahrzehnten in Familienbesitz. Wir waren alleine dort. Am Strand außer dem ca. 150 Metern entfernt liegenden Hotel kein Mensch. Na ja, irgendwann war dann Samstag und die Hochzeit nahte. Wir sind so um halb 9 hin. Auf kretanischen Hochzeiten wird zunächst in 5 Gängen diniert und zwischendurch wird getanzt. Zunächst spielte die Band Kreta Volksmusik 3 Stunden ohne Pause von 22 Uhr bis 1 Uhr. Das Essen war um 0 Uhr vorbei. Anschließend wechselte die Musik und es gab bis morgens um 6 griech. Volksmusik. Wir sind um halb 4, müde, satt und glücklich ins Bettgefallen und haben von der ganzen Feier zum Glück nichts mitbekommen. Am nächsten Samstag wurden 500 Gäste erwartet…… Montags kamen dann noch obligatorisch die Schweizer und Dienstags haben wir uns ohne Berge auf den Weg nach Heraklion gemacht. Irgendwann fängt der Massentourismus an. Da ich die Old Road nehmen wollte sind wir irgendwann in Mali gelandet. Ich war ja mit dem Handballverein 15 x auf Mallorca, bin also einiges gewöhnt was pauschalen Massentourismus angeht, aber so etwas habe ich noch nicht gesehen. Kilometer lang reihen sich Verkaufsbuden, Hotels, Gaststätten, Pubs, Tavernen, etc. über mehrere Orte aneinander. Abends dann in Heraklion auf die Fähre und pünktlich am anderen Morgen Piräus erreicht. Um 6 Uhr im vollen Berufsverkehr aus Piräus ohne Beschilderung raus zu finden, war ein echtes Abenteuer. Teilweise haben wir dann blaue Schrift auf blauen Schildern gesehen. Die sind natürlich nicht wie in Deutschland gut sichtbar angebracht. Nerven behalten, irgendwann hatten wir das auch geschafft und in Korinth haben wir dann man die Old Road nach Patras genommen. Wenn man Zeit hat in Richtung Fähre sollte man sich das mal antun. Dauert etwa 2 Stunden länger als die New Road bei gleicher Strecke. Teilweise führt die Strecke kilometerlang direkt am Wasser lang. Wir haben noch den Stellplatz in Diaftoko ausprobiert. Im Sommer gibt es wohl direkt eine Taverne, mit Toilette, aber da war nichts mehr. Wir trafen noch nette Leute aus Ostfriesland die die gleiche Fähre zurück genommen haben, und sind dann weiter über die Old Road nach Patras. Wir wollten unbedingt die Brücke in Ruhe mal fotografieren. Es ist uns gelungen. Bei der Rückfahrt war dann alles pünktlich, das Meer war sehr ruhig. Wir lernten noch nette Leute kennen, u. a. den Lebenskünstler Rainer, der im Sommer ein halbes Jahr auf Kreta lebt und dort Foto-Workshops mit Aktfotografie für Rentner anbietet. Ist wohl gut besucht. Er lebt auf Kreta östlich von Plakias in seinem überführten Wohnmobil direkt am Wasser und wir sollen ihn demnächst mal besuchen. Am 19. Oktober erreichten wir nach einer Nacht um halb 9 morgens glücklich und total übermüdet Berlin. Die Frage war lohnen sich die 400 Euro Mehraufwand für die Fähre um nach Kreta zu kommen. Ja, es lohnt sich auf jeden Fall. Um sich auf Kreta flexibel fortzubewegen müsste man eh ein Auto mieten. Es klappt wohl auch mit dem ÖPNV, aber das dauert halt alles ein bisschen. Das Auto zu „überführen“ lohnt sich m. E. in jedem Fall. Vor Ort sind wir ca. 1000 KM gefahren. An C-Platz Gebühren sind für insgesamt 23 Übernachtungen 330 Euro drauf gegangen, für Sprit haben wir rund 600 Euro gebraucht. Man kann auf Kreta auch problemlos ohne C-Plätze auskommen. Wir hatten einen Plan (unbekannterweise Danke an den Übersender aus diesem Forum) mit 36 Plätzen, hauptsächlich an der Südküste gelegen. Ein paar Sachen haben wir ausprobiert, ich will meinem Auto aber nicht irgendwelche abenteuerlichen Wege oder Pisten antun. Insofern haben wir den Komfort einer ordentlichen Toilette und Dusche und täglichem frischen Brot hauptsächlich auf C-Plätzen genutzt.

Die Entscheidung dieses Jahr relativ spät zu fahren war richtig. Es hatte tagsüber so um 30 – 35 Grad und nachts angenehme 18 – 20 Grad. Da wir die netten Schweizer so oft getroffen haben, ist ersichtlich, dass nichts, aber auch gar nichts los war. Man trifft hier und da mal ein größeres Wohnmobil, aber die Bergstraßen möchte ich mit einem 7 Meter Trümmer nicht fahren. Abends wird es um die Jahreszeit so um halb 8 dunkel, lichttechnisch waren wir für draußen erstmalig ganz gut ausgestattet. Wir haben viele sinnlose aber auch sinnvolle EU-Projekte gesehen und durchweg sind wir auf nette, hilfsbereite und zuvorkommende Einheimische getroffen. Erlebt haben wir natürlich noch viel mehr, aber das jetzt als erste und frische Erinnerungen so aus der Retrospektive. Bilder folgen demnächst noch an dieser Stelle, ich muss die erst mal sichten. Fazit: Es war ein toller Urlaub! Jetzt gehen wir noch zum Abschluss entsprechend dinieren :D und morgen geht's im Alltag weiter.

Gruß Saschmann