T4 Lang und hoch zum WoMo umbauen

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T4, lang und hoch zum Wohnmobil ausbauen (Verschwindibus)

Teil 1

Hallo T4-Gemeinde. Jetzt hab ich mir mal endlich Zeit genommen und möchte meinen Ausbau mit Bildern dokumentieren. Dazu eine kurze Vorgeschichte Nach ca. 20 Jahren Zelturlaub, danach sieben Jahre Wohnwagencamping mit Kindern haben meine Frau und ich uns 2007 beim campen in Frankreich relativ kurzfristig für den Ausbau eines Transporters zum Womo entschlossen. Die Entscheidung für einen T4 mit Hochdach war nach einigen Überlegung dann doch recht schnell gefallen. Der Bus sollte zum Wohnmobil für zwei Personen ausgebaut werden und folgende Ausstattungen haben: Bett mit 1,30m Breite auch als Sitzbank verwendbar. Das Hochdach sollte ausschliesslich als Gepäckraum, und im Küchenbereich für Stehhöhe sorgen. Küche mit Zweiflammkocher, Spüle, Absorberkühlschrank, Heizung und das alles mit zwei 5Kg Gasflaschen betrieben. Für Beleuchtung und Heizgebläse musste natürlich auch eine Zweitbatterie eingebaut werden. Die Suche nach einem original Hochdachbus erwies sich dann doch als recht zäh: Zustand, Preis, Motorisierung, Standort........Die Wahl fiel dann im Oktober auf einen 2002er Trapo, 75Kw, 11200Km mit Trennwand und Sitzbank. Zustand im Fahrerhaus war o.K., der Laderaum war bedingt durch Transporte ohne Bodenplatte und Seitenverkleidung entsprechend übel.... Bilder 1-4 Trennwand raus, Boden gründlich entrostet, mit Fertan behandelt mit Epoxy grundiert und mit 2K-Autolack gestrichen,- damit's auch lange hält . Dann Bodenplatte aus Birke-Multiplex passend zugesägt und nach unten mit 20mm Xtremisolator isoliert, wie auch Dach und Seitenwände. Die Dachholme und senkrechten Säulen ab Oberkante Schweller habe ich trotz Bedenken von einigen Forenmitgliedern zwecks besserer Wärmedämmung mit PU-Schaum ausgeschäumt. Kühlschrank u. Spüle mal zur Probe aufgestellt. Bild 5 Aussägen der Fensteröffnungen mit der Stichsäge (komisches Gefühl am Anfang )

Bild 1
Bild 2
Bild 3
Bild 4
Bild 5

Teil 2

Bild 6+7 Das Bettgestell habe ich aus 20er Vierkantrohr geschweisst und dient im Heckbereich zur Aufnahme der Führungsschienen für den Heckauszug. Bild 8 zeigt die Vorderfront des Schrankes (sehr filigranes Teil) und auf Bild 9 sieht man ihn von unten, rechts die Öffnung für die Gasentlüftung, die wie auf Bild 10 mit der entsprechendend gefertigten "Blechkiste" eventuell autretendes Gas durch die original Entlüftung (schwarzes Kunststoffteil) ins Freie entlässt. Die Möbel habe ich übrigens im sichtbaren Bereich aus Verbundplatten wie sie im Womo-Bau verwendet werden gefertigt, die bedingt durch den Balsakern extrem leicht sind. Die Umleimer habe ich aus dem aktuellen Reimo-Programm genommen. Für die Trennwände habe ich Pappel-Multiplex in 12(15?)mm verwendet und für die Wandverkleidungen und Rückwände 3mm Pappelsperrholz.

Bild 6
Bild 7
Bild 8
Bild 9
Bild 10

Teil 3

Die nächsten Bilder11-15 zeigen des Ausbau des Hochdachs. Die Möbeltüren habe ich mit einem 5mm Nutfräser in der Oberfräse und den dafür gefertigten Schablonen aus der Vorderfront ausgefräst und somit ohne weitere Bearbeitung verwenden können,- mit 1,7mm Schlitzfräser noch die Nut für die Umleimer gefräst und diese dann mit Holzleim eingeleimt.

Bild 11
Bild 12
Bild 13
Bild 14
Bild 15

Teil 4

weiter gehts. Auf Bild 16-18 sieht man den Bau der Seitenwand rechts vom Bett. Im Bereich der B-Säule habe ich den vorderen Teil einer original Seitenwandverkleidung verwendet und an die selbstgebaute Verkleidung mit zwei eingelassenen Seitentaschen angepasst, und das ganze im sichtbaren Bereich mit Kunstleder überzogen,- untenrum mit Acrylfarbe gestrichen. Den oberen Teil der Seitenwand sowie die Zwischendecke über dem Bett habe ich mit Himmelstoff bezogen. Alles eine Heidenarbeit mit der Anpasserei. Wie ihr wisst gibt es im T4 ja keinen rechten Winkel. Bild 19 zeigt die Konstruktion des Ablagereling über der Spüle,-erweist sich als sehr nützlich und kann man auf späteren Bilder noch sehen. Hier kann man auch sehen wie die Umleimer befestigt sind.

Bild 16
Bild 17
Bild 18
Bild 19

Teil 5

Bild 20 - 22 nach dem Isolieren des Hochdachs wird auch hier eine Verkleidung aus 3mm Pappelsperrholz befestigt und anschliessend mit Himmelstoff bezogen. In die Ecken wird zur Verschönerung ein Kedergummie eingeklebt. Die Relingablage dient vor allem zur Aufbewahrung von Gewürzdosen u. kleineren Küchenutensilien. Bild 23 für etwas kältere Tage dient die Truma-Gasheizung.

Bild 20
Bild 21
Bild 22
Bild 23

Teil 6

Bild 24 u. 25 zeigt meine bessere Hälfte beim "Zimmern" (oder wie die Frauen das nennen ) der Bettpolster. Bild 26 u. 27: So sieht es dann fertig aus. Hier kann man auch schön die aufgestellte Rückenlehne für dir Sitzgruppe sehen. Auf Bild 28 das ganze aus der Heckansicht. Der Heckauszug ist übrigens mit 80Kg belastbar und kann voll ausgezogen werden. Dort sind Tisch und Stühle, sowie Auffahrkeile, Vorzelt und noch ein paar andere sperrige Utensilien untergebracht.

Bild 24
Bild 25
Bild 26
Bild 27
Bild 28
Bild 28a
Bild 28b

Teil 7

Bild 29 u. 30 Beim Einbau der Elektrik unter den Fahrersitz. Zuletzt findet alles seinen Platz: 90Ah AGM Batterie, Ladegerät, Wechselrichter und was sonst noch so alles dazugehört. War aber ein ziemliches Gepfriemel

Bild 29
Bild 30

Teil 8

.....jetzt kommt die nächste grössere Aktion meines Umbaus. Um das Kanu auf dem Dach transportieren zu können habe ich mir aus jeweils zwei zusammengesetzten Passat 3B-Relingträgern (Bild 33) zwei "lange" Relingträger mit selbstgegossenen Aluverberbindungen (Bild 34) zusammengeschraubt. Um die Reling ordentlich auf dem Hochdach zu befestigen habe ich von innen VA-Bleche mit aufgeschweissten Gewindebolzen mit Sika befestigt, so dass das Gewinde durch die Dachhaut nach aussen steht. (siehe Bild 32) . Jetzt musste natürlich noch das Hochdach lackiert werden,- durch den Einbau des Dachfensters und noch ein paar Beschädigungen war dies sowieso fällig. Zum lackieren musste mein Abstellschuppen für den Bus herhalten, da meine (richtige) Garage ja nur 2m Einfahrthöhe hat . Mit Malerfolie hab ich den ganzen Schuppen abgedichtet und auf Arbeitshöhe ein Gerüst gebaut. Bei 2,70m Höhe musste auch noch der Bus "tiefergelegt" werden,- auf alte MB-Felgen ohne Bereifung gestellt und im Radbereich noch die Pflastersteine vom Boden entfernt . So konnte man jetzt auch von "oben" lackieren. (Bild 31) Bild 35: Fertig lackiert und Reling befestigt,---gut gelungen, oder?

Bild 31
Bild 32
Bild 33
Bild 34
Bild 35

Teil 9

... und so sieht er heute (fast ganz fertig ) aus. Bilder 36 - 39 Wer sich noch für meinen Hecktürumbau interessiert bitte hier schauen: Hecktür ausglasen u. umbauen oder den Einbau meiner Musikanlage (etwas umfangreich aber auch bebildert)

Bild 36
Bild 37
Bild 38
Bild 39

zu guter Schluß

Abschliessend nochmal eine Zusammenfassung zur Ausstattung: Gasversorgung: 2x5Kg, untergebracht hinten links im Schrank und über die Serienentlüftung (hi.li. unter Stossstange) entlüftet. Hat übrigens etwas mehr als 100ccm!!!! Zweiflammkocher Smev, Truma 2400 (Entlüftung nach unten!) , und zusätzlicher Gas-Aussensteckdose "zum im Freien kochen" Stromversorgung: Einspeisesteckdose aussen. 90Ah AGM Zweitbattereie, IU0U Ladegerät Waeco, Sinuswechselrichter Waeco 350W. Wasserversorgung: 16l Frisch u. 16l Abwasserbehälter unter Spüle. Bett: Grösse 1,30m x 1,95m. Kühlschrank: Electrolux- Absorber, Be- u. Entlüftung durch Aussenwand. Sonstiges: Drehkonsole für Beifahrerstz, Esstisch zum Einhängen am Küchenschrank (siehe Bild 3 Fenster: seitlich und hinten die normalen Seitz-Heki Campingfenster, oben das Mini-Heki ..ich glaub das war's im Grossen und Ganzen

Hier noch eine eindringliche !Warnung! wer jetzt vor hat sowas oder sowas ähnliches zu bauen, dem sei folgender Rat mitgegeben. Folgende Voraussetzungen für so ein Vorhaben sind von enormem Vorteil:

  1. Halle, Garage oder Schuppen (möglichst heizbar) wo man am Bus jederzeit arbeiten kann mit genügend Platz drumherum. (musste oft im Freien arbeiten )
  2. Genügend Zeit!
  3. Das richtige Werkzeug: zusätzlich zum "normalen" Schrauberwerkzeug noch eine Handkreissäge, Tisch dazu und eine Oberfräse.
  4. Höchstens eine "linke" Hand
  5. ....und noch was,- mehr Kohle als veranschlagt

...dann macht's richtig Spass

Gruss Walter, alias Verschwindibus