Umbau der 15" 1LU-Bremse auf die große 16"-Anlage 1LB

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Umbau der 15" 1LU-Bremse auf die große 16"-Anlage 1LB (tico)

Umbau der 15" 1LU-Bremse auf die große 16"-Anlage 1LB (für Fahrzeuge ab der großen Produktaufwertung 1996)

Bevor ich mich jetzt haltlos betrinke, könnte ich mal etwas schreiben, was zwar nicht neu ist und hier schon öfter diskutiert wurde, doch fehlten mir bisher immer so ein paar Bilder fürs bessere Verständnis dazu.

Ich hab vor drei Wochen meine vorderen Bremsen von der originalen 15“ 1LU-Anlage umgebaut auf die große 16“ 1LB-Anlage mit den 313mm Scheiben.

Obwohl ich mir vorher hier so einiges durchgelesen hatte, blieben zwei kleine Fragen offen (neben der Frage, ob wohl alles unter meine 16“-Autec-Alufelgen passt...):

1. Wie sieht es tatsächlich aus, wenn die Bohrungen für den Bremsträger am Radlagergehäuse aufgebohrt werden?

2. Wie setzt man eigentlich die Haltefeder genau ein?

Daher jetzt mal die Liste der Original-Teilenummern, und gleich noch ein paar Fotos. Wer alles schon kennt, schnell weiterblättern.

Man braucht...

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Die Bremsträger samt Schrauben hab ich vom Schrotthändler in der Bucht, sind original Sharan-Träger (7M3 deutet eh darauf hin, dass wir es hier mit einer SGA-Bremse zu tun haben). Beim Schießen des Bremsträgers aufpassen, es gibt m.W. drei verschiedene Sharan-Bremsträger. Beim freien Teilehändler bekommt man die Träger nicht, und ein Kauf beim Freundlichen treibt einem die Tränen in die Augen. Aber nicht die Freudentränen (ca. 140,-- pro Stück)

Alles andere habe ich neu gekauft, bei sicherheitsrelevanten Teilen bin ich da nicht so schmerzbefreit.

An „Spezialwerkzeug“ braucht es noch eine einfache Möglichkeit, eine Bohrung für M16 im Radlagergehäuse auf M18 aufzubohren. Das ging sehr professionell und super einfach mit einem Zylindersenker für M10-Innensechskant-Schraubenköpfe mit Zentrierhülse.

Die Idee mit dem Senker sowie die Zentrierhülse habe ich von Melchior, hier nochmal herzlichen Dank dafür!

Nach Abbauen des alten Geraffels (den Bremssattel einfach hochbinden, die Bremsleitung erst später und nur kurz abschrauben) steht als erstes das Aufbohren der beiden Durchgangslöcher für die alten M16-Schrauben des Bremsträgers an. Hier wurde schon das eine oder andere Mal behauptet, das Aufbohren (um 1mm rundherum!) würde das Radlagergehäuse schwächen. Na ja. Jeder möge anhand der Fotos selbst urteilen. Melchiors Zentrierhülse in die Bohrung stecken und mit nem Stück Tape festklemmen. Dann fällt sie beim Bohren nicht vorzeitig hinten raus.

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Die untere Bohrung muss von hinten gebohrt werden, sonst steht das Bohrfutter an der Nabe an (bei dem kurzen Senker jedenfalls). Geht butterweich, nicht zu viel Drehzahl, wenig Druck. Keine Bohremulsion.

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Das untere Loch VOR dem Bohren:

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Das obere Loch NACH dem Bohren:

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Selbst bei genauem Hinsehen – ich erkenne keine kritische Schwächung. Und so sieht die neue M18-Schraube im Radlagergehäuse aus. Immer noch ordentlich Material außenrum, finde ich.

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Warum das so gut aussieht, ergibt sich aus dem Vergleich der M16 und der M18-Schraube. Naa? Richtig. Der Durchmesser der angeformten Scheibe unter dem Sechskant ist bei beiden Schrauben exakt identisch.

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Jetzt mal die alte und die neue Bremsscheibe nebeneinander legen... Ja, die 313er wirkt schon deutlich wuchtiger. Schwerer ist sie natürlich auch. Michael, der C-Kadetten tunt, hat das sofort beanstandet.

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Solchermaßen beruhigt, kann es auch schon wieder ans Zusammenbauen gehen – nachdem alle Passflächen gründlich gereinigt sind und vom Rest wenigstens der lose Rost entfernt ist.

Und weiter... Flächen schön saubermachen...

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Der neue Bremsträger (hier übrigens vom Schrotthändler zu 25 Euro, original Sharan, gestrahlt, gewindegereinigt, lackiert) wird jetzt mit 360Nm festgezogen. Das ist schon was. Könnte fast schon Erinnerung an das regelmäßige Festziehen der KW-Zentralschraube beim Riemenwechseln wecken. Fast.

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Die Kupferpaste wurde vor dem Einsetzen der Beläge noch ein wenig reduziert, ja, klar. Zwischenzeitlich hat sich die Hydraulikverschraubung am 17Jahre alten Bremssattel mit WD40 anfreunden dürfen.

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Wenn man einmal einen richtigen Hydraulik-Schlüssel (11mm) in der Hand hatte, nimmt man hier nichts anderes mehr. Geht sooo geschmeidig...

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Neuen Bremssattel mit Klötzen füllen und aufsetzen. Die Führungsbolzen festdrehen, und die Bremsleitung anschließen. Passt alles plug and play. Entlüftungsschraube auf, Bremssattel läuft von alleine voll. Gibt fast nichts mehr zu entlüften. Und ich will jetzt keinen Mecker hören - von wegen meiner schwarzen Hammerite...

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Und zum Schluss...

Jetzt die Haltefeder drauf, bzw. „reingedreht“. So dürfte es richtig sein. Hab ich vorher noch nie zu sehen gekriegt.

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Rad drauf... spannend... passt’s? Ja! Überall sind noch mindestens 8mm Luft.

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Hier noch mal alter direkt neben neuem Bremssattel. Viel zu schwer, sagt Michael. Ach was... Der mit seinen Vierkolben-Porschesätteln...

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Fertig!

Die Bremse zieht schon deutlich besser als vorher, ich bin jedesmal (noch immer) ganz erfreut.

Vor allem aber kann ich jetzt auch von der Schwarzwaldhochstraße nach Bühlertal runterfahren, ohne unterwegs Fading zu bekommen, wenn man nicht dauernd in den zweiten zurückschaltet.

Fazit: Bremswirkung besser, aber nicht SEHR viel besser. Standfestigkeit deutlich besser!

Übrigens: Die Hülse zum eleganten Aufbohren hab ich von Melchior kostenlos bekommen. Wer also jetzt konkrete Umbauabsichten hat, dem gebe ich sie gerne weiter.

Jetzt gibt's aber doch noch ein Glas Spätburgunder...

Grüße, Tico